Telekom technik gmbh tarifvertrag

Die Pläne der Deutschen Telekom, neue Dienstleistungsunternehmen außerhalb des Rahmens der aktuellen Tarifverträge zu gründen, müssen vor dem Hintergrund des Fehlens eines Branchentarifvertrags im Kommunikationssektor geprüft werden. Aufgrund der zersplitterten Verhandlungssituation und der mangelnden gewerkschaftlichen Stärke haben mehrere Wettbewerber des Unternehmens entweder beschlossen, keinen Tarifvertrag abzuschließen, oder nur Tarifverträgen zugestimmt, die ein vergleichsweise niedriges Lohnniveau vorsehen. Damit ist ver.di im Streit mit der Deutschen Telekom in eine schwierige Lage geraten. Es bleibt abzuwarten, ob das Ergebnis von den Arbeitgebern in anderen Sektoren, wie z. B. bei den Postdiensten, als Signal wahrgenommen wird, ähnliche Strategien zu verfolgen, um die Rentabilität durch Senkung des Lohnniveaus und Arbeitszeitverlängerung zu steigern. Trotz dieser Vereinbarung kündigte das Management der Deutschen Telekom im September 2006 seine Absicht an, das Unternehmen umzustrukturieren. Im Februar 2007 einigte sich der Aufsichtsrat des Unternehmens gegen die Stimmen der Arbeitnehmervertreter auf die Gründung von drei neuen Spin-off-Organisationen unter dem Namen T-Service. Das Unternehmen kündigte zudem an, rund 50.000 Mitarbeiter, darunter 20.000 Beamte, von der Deutschen Telekom auf diese Dienstleistungsunternehmen zu verlagern und forderte, dass diese Mitarbeiter eine Lohnkürzung um 12 % und eine Verlängerung der normalen Wochenarbeitszeit ohne Lohnausgleich akzeptieren sollten. Ver.di wies diese Forderungen zurück und nahm Verhandlungen auf, um die Bezahlung und die Bedingungen für die Auslagerung der Beschäftigten zu sichern.

Am 26. April 2007 scheiterten die Verhandlungen über den Abschluss eines neuen Tarifvertrags. Nach einer Reihe von kurz gehenden Warnstreiks hat ver.di rund 22.000 Mitglieder zur Stimmabgabe aufgerufen. Auch wenn Berufsbeamte vom Streikrecht ausgenommen sind, hat ver.di dies im Laufe des Streits nicht bestritten. Am 10. Mai 2007 stimmten 96,5 Prozent der ver.di-Mitglieder bei der Deutschen Telekom – einer Hochburg der Gewerkschaft im Telekommunikationssektor – in geheimer Abstimmung für Streikaktionen.